SURVIVORS
Faces of Life after the Holocaust

75 Portraits von Überlebenden fotografiert von Martin Schoeller

22. Januar bis 26. April 2020 | UNESCO-Welterbe Zollverein Essen

 

“Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun. Es ist unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, unsere Geschichten immer wieder zu erzählen.“
Naftali Fürst, Überlebender

Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eröffnen am 21. Januar 2020 die Ausstellung „SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Zu sehen sind 75 eindringliche Portraits von Überlebenden des Holocaust, fotografiert von Martin Schoeller. Der international renommierte Fotograf hat sich für dieses Erinnerungs-Projekt mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und dessen deutschem Freundeskreis sowie der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn zusammengeschlossen. Die Portraits sind weltweit erstmalig ab dem 22. Januar 2020 auf Zollverein zu sehen. Weitere Stationen sind geplant.

Martin Schoeller, Naftali Fürst, 2019 / (c) Martin Schoeller

Martin Schoeller, Marta Wise, 2019 / (c) Martin Schoeller

Martin Schoeller, Hannah Goslar Pick, 2019 / (c) Martin Schoeller

Martin Schoeller, Moshe Ha-Elion, 2019 / (c) Martin Schoeller

Menschlichkeit und Würde bewahren unter unmenschlichen Bedingungen:
Diese Erfahrung steht hinter den überlebensgroßen Nahaufnahmen der 75 Überlebenden. Entstanden sind die Bilder in Jerusalem, in Yad Vashem, wo Schoeller die Portraitierten besucht und sich für die Aufnahmen sehr viel Zeit genommen hat. “Ich bin in Deutschland aufgewachsen”, so Martin Schoeller, der seit langem in New York lebt. „In der Schule haben wir ständig über den Holocaust gesprochen. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, dass eine unglaubliche Schuld auf uns liegt, das hat mich die eigene Identität immer wieder hinterfragen lassen. Wie konnten Menschen aus meinem eigenen Land solche unfassbaren Verbrechen begehen? Es ist erschreckend zu sehen, wie sich der Antisemitismus momentan in Europa und anderswo erneut Bahn bricht. Mehr denn je verspüre ich daher eine große Verantwortung, gegen Antisemitismus anzugehen, wo immer ich ihn erlebe, und dazu beizutragen, dass es nie wieder so etwas wie den Holocaust geben wird. Wir sind verantwortlich für unsere Geschichte. Und ich glaube, dass wir nur dann als Menschen vorankommen können, wenn wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen.“

Der Blick in diese vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige Generationen von besonderer Bedeutung: Die Portraitierten gehören zu den letzten noch lebenden Augenzeugen. Schoellers unverstellte Fotografien sind bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und vermitteln das Grauen des Holocaust jenseits von Worten.

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Blick in die Ausstellung / Foto: Jochen Tack, Stiftung Zollverein

SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust ist das zweite gemeinsame Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn mit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und entstand auf Initiative des deutschen Freundeskreises von Yad Vashem. Kuratorinnen sind Anke Degenhard und Vivian Uria.

Zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch im Steidl Verlag.


22. Januar bis 26. April 2020
Täglich geöffnet von 11 bis 17 Uhr

UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal C (Kokerei), Mischanlage (C70), Arendahls Wiese, 45141 Essen

Blick in die Ausstellung / Foto: Jochen Tack, Stiftung Zollverein

BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
nur mit Voranmeldung / inklusive Ausstellungsrundgang

Mi 26.2.2020 | 18:00 Uhr
Fotografengespräch mit Martin Schoeller (Moderation: Kai Diekmann, Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland)

Di 31.03.2020 | 18:00 Uhr
Herbert Rubinstein: „Das Gute wird gewinnen. Rückblick eines Zeitzeugen.“

Zeitzeugengespräche für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse
Der Holocaust-Überlebende Herbert Rubinstein steht Schülerinnen und Schülern während der Ausstellungsdauer jeweils dienstags (11.02., 18.02., 24.03. und 31.03.2020) um 10:00 Uhr als Gesprächspartner zur Verfügung. Herbert Rubinstein entkam als Zehnjähriger gemeinsam mit seiner Mutter durch Flucht nur knapp der Deportation in ein Konzentrationslager. Seit über 60 Jahren lebt er in Düsseldorf und ist dort sehr aktiv und gestaltend in der jüdischen Gemeinde tätig.